Friedrich: Die Bibelgesellschaften sind auch in 200 Jahren nötig

Deutsche Bibelgesellschaft, Pressemitteilungen 05 Juni, 2012

Dr. Johannes Friedrich / Foto: R. Veigel/DBGFestakt zur Gründung der Württembergischen Bibelanstalt 1812

„Große Aufgaben liegen vor uns“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bibelgesellschaft, Pfarrer Dr. Johannes Friedrich, gestern Abend beim Festakt zu „200 Jahre Bibelkompetenz“ in Bad Urach. Der ehemalige bayerische Landesbischof betonte, dass die Bibelgesellschaften auch die nächsten 200 Jahre nötig seien. Der Festakt aus Anlass des 200. Geburtstages der Württembergischen Bibelanstalt eröffnete die Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft vom 4. bis 6. Juni im Stift Urach.

Friedrich erinnerte an die prägende Kraft der Lutherbibel für die deutsche Sprache. Die Bibel sei seit 2000 Jahren die Grundurkunde des christlichen Glaubens. „Seit der Übersetzung durch Martin Luther können sie alle lesen“, sagte Friedrich. Durch die Pflege bleibe die Lutherbibel weiter verständlich. Neue Übersetzungen wie die Gute Nachricht Bibel und die BasisBibel seien hinzugekommen. Doch sei die Kenntnis biblischer Inhalte heute in Deutschland schlecht.

Oberkirchenrat Professor Dr. Ulrich Heckel betonte für die Evangelische Landeskirche in Württemberg die Bedeutung der Weltbibelhilfe, die die Deutsche Bibelgesellschaft 1975 gründete. „Bibel für die Welt, das ist Brot für die Welt in einer anderen Weise“, so der württembergische Theologe.

Im Festvortrag erläuterte Professor Dr. Hermann Ehmer (Stuttgart) den Weg von der Württembergischen Bibelanstalt zur Deutschen und Württembergischen Bibelgesellschaft heute. Kaufleute, Beamte und Geistliche seien am 11. September 1812 zusammengekommen, um die Württembergische Bibelanstalt zu gründen. Schnell hätten sich Hilfsbibelvereine für alle 64 Kirchenbezirke Württembergs gebildet. Zu den besonderen Ausgaben, die die Bibelanstalt entwickelt habe, gehörten Konfirmations-, Trau- und Altarbibeln. An der Entwicklung der wissenschaftlichen Ausgaben des Alten und Neuen Testaments sehe man, „wie sich innerhalb eines Jahrhunderts aus der Arbeit am Gelehrtentisch eine internationale Zusammenarbeit entwickelte“.

„Die alte würdige Dame“ mit Namensänderung sei auf der Höhe der Zeit, bescheinigte Domkapitular Heinz Detlef Stäps von der Diözese Rottenburg-Stuttgart der Deutschen Bibelgesellschaft. Er unterstrich die gute Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bibelwerk und wünschte sich Initiativen für eine neue ökumenische Übersetzung des Neuen Testaments.

Alexander Schweitzer überbrachte die Grüße des Weltverbandes der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS). Die wissenschaftlichen Ausgaben aus Deutschland seien „Basis und Richtschnur jeder Bibelübersetzung“ weltweit, erklärte Schweitzer. Besondere Verantwortung übernehme die DBG auch für Ausgaben für Menschen mit Sehbehinderungen.

 

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