Engagiert für die Bibel und die Bibelgesellschaften
Die Deutsche Bibelgesellschaft trauert um ihren ehemaligen Vorsitzenden der Vollversammlung und des Aufsichtsrates Dr. Johannes Friedrich. Er ist am Mittwoch im Alter von 77 Jahren in Nürnberg gestorben. Der ehemalige bayerische Landesbischof leitete die bibelgesellschaftlichen Gremien von 2009 bis 2017.
„Das Engagement von Dr. Johannes Friedrich für die Bibel und die bibelgesellschaftliche Arbeit bleibt uns allen unvergessen“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. „Er hat einen wichtigen Beitrag für die Neubearbeitung der Lutherbibel und die Zukunft der Bibelgesellschaften geleistet.“
In die Amtszeit von Friedrich fiel die Bearbeitung und Herausgabe der Lutherbibel 2017. Als Mitglied des Lenkungsausschusses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Koordination der Revision, im Rat der EKD und in der Deutschen Bibelgesellschaft hat er den Erfolg mit vorbereitet.
In einer Vielzahl von Veranstaltungen hat Friedrich die revidierte Bibel und ihre Kriterien vorgestellt. Dabei hat er immer wieder auf die prägende Kraft von Luthers Übersetzung für die evangelischen Kirchen in Deutschland und die deutsche Sprache hingewiesen. Zur Revision sagte er: „Ich kann ein ganz langes Loblied auf diese revidierte Lutherübersetzung singen.“
In die Amtszeit von Friedrich fiel auch das Jubiläum „200 Jahre Deutsche Bibelgesellschaft“. In Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen, Gottesdiensten und Publikationen wurde dabei vielfältig an die Gründung der Württembergischen Bibelanstalt, einer Vorgängerin der Deutschen Bibelgesellschaft, im Jahr 1812 erinnert. Friedrich betonte damals: „Große Aufgaben liegen vor uns. Auch in 200 Jahren brauchen wir Bibelgesellschaften“.
Regional engagierte sich der Theologe unter anderem als Verwaltungsratsvorsitzender des Bayerischen Zentralbibelvereins und für das Bibel Museum Bayern in unmittelbarer Nähe der Nürnberger Lorenzkirche.
Johannes Friedrich studierte Evangelische Theologie an den Universitäten in Erlangen und Tübingen. Nach der Assistenzzeit und der Promotion im Fach Neues Testament war er zunächst in Nürnberg im Vikariat, im Gemeindedienst und als Studentenpfarrer tätig. Friedrich leitete von 1985 bis 1991 als Propst die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem. 1991 kehrte Friedrich nach Nürnberg zurück und übernahm das Amt des Stadtdekans.
Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wählte den Theologen 1999 zum Landesbischof. Dem Rat der EKD gehörte er von 2002 bis 2013 an. 2005 wurde Friedrich Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes. Nach dem Ausscheiden aus dem Bischofsamt war er von 2012 bis 2013 bis zum Eintritt in den Ruhestand Pfarrer im fränkischen Bertholdsdorf.