Bundespräsident Gauck: Lutherbibel prägt die Sprache bis heute

Bibelhaus Erlebnis Museum, Pressemitteilungen 16 September, 2015

Joachim Gauck und Heinrich Bedford-Strohm in der AusstellungAusstellung „Luthers Meisterwerk“ im Bibelhaus Erlebnis Museum ist eröffnet

„Martin Luther hat Begriffe und Sprachbilder gefunden, die die deutsche Sprache bis heute prägen“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck gestern bei der Eröffnung der Ausstellung „Luthers Meisterwerk – ein Buch wie eine Naturgewalt“ in Frankfurt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Schirmherr der Ausstellung, Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm, hob darüber hinaus die Bedeutung der Bibel für den Glauben und das Leben auch in der Gegenwart hervor.

Bundespräsident Gauck betonte in der Frankfurter Dreikönigskirche, dass Martin Luther immer und zuerst ein Seelsorger gewesen sei. In einer Weise, die heute kaum noch nachvollzielbar sei, sei es ihm und den Menschen seiner Zeit um das Seelenheil gegangen. Mit der Übersetzung des Neuen Testaments 1522 habe der Reformator dann eine „fast unglaubliche Einzelleistung“ hervorgebracht. „Die Lutherbibel ist zu unserem Buch geworden“, sagte Gauck mit Blick auf die Deutschen.

EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm hob hervor, dass die Lutherbibel in der Moderne und bis in die Gegenwart konstitutiv zu unserem kulturellen Gedächtnis gehöre. Er nannte Beispiele wie „Fleisch und Blut“ und „im Schweiße seines Angesichtes“ für die Sprache Luthers, die „zu unserer Sprache geworden ist“. Doch der entscheidende Gebrauch der Lutherbibel ist für den Theologen einer, der die Bibel „unmittelbar auf das eigene Leben“ bezieht.

Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, erklärte, dass die Landeskirche das Bibelhaus am Museumsufer und die Sonderausstellung unterstütze, weil man so die Bibel mitten im Leben präsent halten könne. Er beschrieb die Lutherbibel als Kulturgut, Bestseller der Weltgeschichte „und vor allem als lebendiges Buch des Glaubens“.

Der Direktor des Bibelhauses, Dr. h.c. Jürgen Schefzyk, versprach den Besucherinnen und Besuchern eine Ausstellung, die sie „von Beginn an auffordernd in die Zeit der Bücher hineinnimmt“. Sie benötigten „ihren Kopf und ihre Hände, ihre Augen zum Sehen, ihre Sprache zum Vorlesen, ihre Begeisterung für Bildwerke, ihr persönliches Smartphone für Quiz, Information oder virtuelle Lupenfunktion“.

Die Ausstellung „Luthers Meisterwerk“ ist vom 16. September bis 31. Dezember im Frankfurter Bibelhaus Erlebnis Museum zu sehen. Gezeigt werden mehr als 70 Inkunabeln, Drucke und Autographen. Zu den Highlights gehören Originalausgaben des „Septembertestaments“ Martin Luthers von 1522 und der „Biblia deutsch“ des Reformators von 1534 und 1545. Neben den Originalen gibt es multimediale Angeboten, Mitmach-Elemente und ein umfangreiches Begleitprogramm.

Mehr Informationen zur Sonderausstellung gibt es unter www.luthersmeisterwerk.de

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