Die Apokryphen der Lutherbibel 2017

Deutsche Bibelgesellschaft, Pressemitteilungen 05 Dezember, 2017

Die Apokryphen der Lutherbibel 2017Band mit Einführungen und Bibeltext erschienen

Die Apokryphen der Lutherbibel 2017 mit Einführungen und Bibeltexten sind jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen. Herausgegeben wird der Band von Professor Dr. Martin Rösel, Dozent für Altes Testament an der Universität Rostock, und Professor Christfried Böttrich, Professor für Neues Testament an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Wie die anderen Autorinnen und Autoren waren sie Mitglieder der Apokryphen-Übersetzergruppe zur Revision der Lutherbibel.

Die Lutherbibelrevision führte bei den Apokryphen zur kompletten Neuübersetzung ganzer Bücher. Grundlage war die wissenschaftliche Standard-Textausgabe der frühen griechischen Bibel, die „Göttinger Septuanginta“. Professor Rösel beschreibt das Ergebnis als „fundierte, literarisch anspruchsvolle Verdeutschung“. Sie lade dazu ein, „den Reichtum der jüdischen Literatur zwischen den Testamenten zu entdecken und die Marginalisierung in der jüngeren lutherischen Tradition zu beenden“.

Die Apokryphen der Lutherbibel sind vollständig nur auf Griechisch erhalten, auch wenn man sie zum Teil ursprünglich auf Hebräisch oder Aramäisch verfasst hat. Sie sind nicht Teil des hebräischen Kanons, gehören aber zur griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der sogenannten Septuaginta.

Zu den Schriften zählen die Bücher Judit, Tobit, Jesus Sirach, Baruch, die Weisheit Salomos, der Brief des Jeremias, die beiden Makkabäerbücher sowie Stücke zur Ester und Daniel und das Gebet des Manasse. Ihr Charakter reicht von Geschichtsbüchern bis zu Weisheitsschriften. In der Lutherbibel stehen sie zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Vielfach zitiert wird eine Titelformulierung Martin Luthers von 1534 zu den Apokryphen: „Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleichgehalten, und doch nützlich und gut zu lesen sind“. Im katholischen Sprachgebrauch werden diese Schriften als „deuterokanonisch“ bezeichnet.

„Nimmt man diese Schriften grundsätzlicher in den Blick, so liegt ihr besonderer Wert darin, dass sie die Gedankenwelt der zwischentestamentlichen Zeit erschließen können“, erklärt Martin Rösel im Apokryphen-Band. In den Beiträgen der Autoren geht es unter anderem um die Apokryphen im Protestantismus, im ökumenischen Kontext und in der Kunstgeschichte. Über Jahrhunderte christlicher Existenz hinweg seien sie selbstverständliche Bestandteile der biblischen Überlieferung gewesen, so Rösel. Künstler wie Rembrandt hätten kein biblisches Buch so intensiv bebildert wie Tobit. Die Lebenslehren des Jesus von Sirach hätten die Erziehung ganzer Kindergenerationen beeinflusst.

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