Prominente Gratulanten zum 200. Jubiläum

Ev. Bibelwerk im Rheinland, Pressemitteilungen 28 Mai, 2014

Bildzentrum in Wuppertal / Foto: EBR

Vielfältiges Festprogramm des Evangelischen Bibelwerks im Rheinland

Mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen erinnert das Evangelische Bibel­werk im Rheinland 2014 an die Gründung vor 200 Jahren. Unter dem Namen Bergische Bibelgesell­schaft wurde das Bibelwerk am 13. Juli 1814 in Wuppertal-Elberfeld gegründet und arbeitet heute als freies Werk im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland und in der Ökumene. Zu den Gratulan­ten gehören die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal.

Zu den Höhepunkten des Jahres zählt eine gemeinsame Ausstellung mit dem Botanischen Garten Wuppertal vom 22. Mai bis 10. August. Im Begleitprogramm gibt es am Sonntag, 1. Juni, einen Festgottesdienst mit der Wuppertaler Superintendentin Ilka Federschmidt, Schauspieler-Lesungen aus der Bibel und regelmäßige Führungen.

Die Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft hat das rheinische Bibelwerk vom 16. bis 18. Juni in Wuppertal zu Gast. Ein Bibeltag wird am 21. September ebenfalls in Wuppertal veranstal­tet. Zum kommenden Themenjahr „Bild und Bibel“ in der Reformationsdekade der Evangelischen Kirche in Deutschland plant das Bibelwerk mit anderen Werken eine Wanderausstellung.

Gründung auf Initiative der Britischen Bibelgesellschaft

Die Initiative zur Gründung ging 1814 von der „Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft“ (BFBS) aus. Der Schotte Dr. Robert Pinkerton kam auf einer seiner Reisen durch Europa mit einem Satzungsentwurf und 500 Pfund Startkapital nach Elberfeld. Barmer und Elberfelder Bürger gründeten daraufhin die Bergische Bibelgesellschaft. 1815 erschien als erster Bibeldruck der Psalter in einer Auflage von 5000 Exemplaren. Bibeln für Konfirmandinnen und Konfirmanden aus armen Familien, Schiffer und Eisenbahnarbeiter waren weitere bibelmissionarische Aktionen im 19. Jahrhundert. In vielen Städten und Dörfern entstanden „Hülfsvereine“. Außerdem bereisten sogenannte Bibelboten das Land.

Heute gliedert sich die Arbeit des Bibelwerks mit Geschäftsführer Dr. Christoph Melchior, einem klei­nen Team in Wuppertal und ehrenamtlich Mitarbeitenden in vier Bereiche. Das Bibelzentrum in Wup­pertal vermittelt die Geschichten und Geschichte der Bibel sowie deren Aktualität in einer Ausstellung und begleitenden Veranstaltungen. Unter dem Stichwort „Bibel Vorort“ finden Wanderausstellungen, Vorträge, Bibelwochen und andere Veranstaltungen in vielen Gemeinden des Rheinlandes von Em­merich bis Saarbrücken statt.

Projekte der Bibelverbreitung in der Region sind zum Beispiel Kinderbibeln für Arztpraxen sowie Bibeln für die Seelsorge in Justizvollzugsanstalten, Offene Kirchen, Ausländergemeinden und Autobahnkirchen. Mit der Aktion Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt das Bibelwerk Übersetzungen und Verbreitung der Heiligen Schrift international.

„Das Evangelische Bibelwerk im Rheinland hat nur ein Thema – seit 200 Jahren: die Bibel“, betont der Vorsitzende des Werkes, Dr. Alexander Ernst, in der Festschrift zum Jubiläum. Bliebe die Bibel nur ein frommes Buch in der Kirche für fromme Leute, hätte sie ihr Leben verloren, so der der Theologe. „Nicht allein in der persönlichen Frömmigkeit und im Gottesdienst, sondern auch in der Öffentlichkeit und Politik ist sie entstanden, und sie prägt, offen oder heimlich, bis heute unsere Kultur. Ohne die Bibel, ohne eine kritische Selbstbesinnung unseres Woher und Wohin verarmt unsere Gesellschaft.“

Die Bibel als „Kompass und Wegweiser“

„Die Bibel ist das Fundament des christlichen Glaubens“, erklärt NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Sie präge unsere Zivilisation und Gesellschaft und weil viele aktive Politiker zugleich Christen seien, habe der christliche Glaube bis heute Einfluss auf politische Debatten. Nach Ansicht der Politi­kerin ist die Bibel aber kein Handbuch für politisches Handeln oder Ersatz für ein Parteiprogramm. „Aber sie ist Kompass und Wegweiser, auch in der Politik“, so Hannelore Kraft. Sie zeige keine heile Welt, aber immer werbe sie für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.

Präses Manfred Rekowski hebt als besondere Akzente in der Arbeit des Bibelwerks den bibelmissio­narischen Bildungsauftrag, die innerdeutsche und weltweite Ökumene sowie die Verbindung mit diakonisch-sozialem Engagement hervor. Besonders die Bedürftigen habe das Werk im Blick, zum Beispiel bei der Bibelhilfe für Gefangene. Ihr weltweites Engagement für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sei vorbildlich. Die vom Bibelwerk unterstützte Aktion Weltbibelhilfe verbinde die Verbreitung des Evangeliums mit Alphabetisierungskampagnen für sozial Benachteiligte und der Wertschätzung fremder Sprachen und Kulturen.

Der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung freut sich darüber, dass auch die Stadt bei den Fest­veranstaltungen des Bibelwerkes dabei ist und verweist auf die Kooperation mit dem Botanischen Garten der Stadt. Die Bibel habe für den, der sich ihr öffne, immer etwas zu sagen. Dem Bibelwerk wünscht Jung noch viele weitere erfolgreiche Jahre für seine Arbeit und Gottes Segen.

Mehr Informationen gibt es unter www.bibelwerk-rheinland.de.

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