„Wie aus Nachbarn Fremde wurden“

Bibelhaus Erlebnis Museum, Pressemitteilungen 04 Juli, 2016

Logo "fremde.heimat.bibel."Stadtspaziergang mit Holger Wilhelm durch Frankfurts Altstadt am 7. Juli

“Wie aus Nachbarn Fremde wurden“ lautet der Titel eines historischen Stadtspaziergangs am Donnerstag, 7. Juli, 17 Uhr mit Pfarrer Holger Wilhelm. Die Stadtführung zu Handel und Wandel im Frankfurt des beginnenden 19. Jahrhunderts startet am Bibelhaus Erlebnis Museum, Metzlerstraße 19, und kann mit einer Führung um 16 Uhr im Bibelhaus durch die Sonderausstellung „fremde.heimat.bibel.“ kombiniert werden.

Als vor 200 Jahren die Frankfurter Bibelgesellschaft gegründet wurde, waren die deutschen Lande im Umbruch. In der vielsprachigen und multi-konfessionellen Gesellschaft Frankfurts gab es Unruhe durch eine Verschärfung der Fremdengesetze. Während unter der Herrschaft Napoleons Standes- und Religionsschranken fielen und auch das Bürgerrecht egalisiert wurde, führte man nach der Niederlage der Franzosen und der Neuordnung Europas im Wiener Kongress viele Standesregeln wieder ein. Unter den vormals auch in der Freien Stadt Frankfurt gleichgestellten Nachbarn wurden wieder Unterschiede nach Herkunft, Religion und Stand gemacht – rein rechtlich waren zum Beispiel plötzlich alle Juden oder auch Lehrlinge, Dienstmädchen und Arbeiter in Frankfurt wieder Bürger dritter Klasse.

Holger Wilhelm erzählt die Geschichten dieser vergangenen Epoche mit Blick auf aktuelle Fragen auf einem Weg an verschiedene Plätze in Frankfurt. Er schärft so den Blick für Orte der Migration auch in der Altstadt. Der Theologe hat in der Schriftenreihe des Evangelischen Regionalverbandes aktuell ein Buch unter dem Titel veröffentlicht: “Gegen die Angst, ‘dass die Gäst den Wirth vertreiben würden’. Zuwanderung und Fremde in der Stadtgeschichte von Frankfurt am Main”. Weitere Stadtspaziergänge mit Holger Wilhelm finden im Begleitprogramm von „fremde.heimat.bibel.“ jeweils am Donnerstag, 25. August und 29. September, statt.

In der Ausstellung „fremde.heimat.bibel“ werden bis zum 30. Dezember die Geschichten von Christinnen und Christen erzählt, die aus verschiedenen Teilen der Welt gekommen sind und in Frankfurt ein neues Zuhause gefunden haben. Die Ausstellung greift damit den internationalen Impuls auf, der bereits der bibelgesellschaftlichen Bewegung im 19. Jahrhundert zugrunde lag. Anlass der Sonderausstellung ist das 200. Jubiläum der Frankfurter Bibelgesellschaft. Sie wurde 1816 im Frankfurter Römer als erster kirchlicher Verein der Mainstadt gegründet. Damit begann in Frankfurt die systematische Verbreitung der Heiligen Schrift. Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören neben den Stadtführungen unter anderem Führungen, Lesungen und Vorträge.

Mehr Informationen gibt es auf www.bibelhaus-frankfurt.de.

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